Lebensliebe

Weil Liebe alles überdauert ...

Unterstützung

In den letzten Monaten durfte ich immer wieder neue Menschen kennen lernen. Manchmal ergab es sich im Gespräch, dass ich ihnen meine Geschichte erzählte. Jedes Mal herrschte zuerst betretenes Schweigen, wenn meinem Gegenüber klar wurde, dass der Verlust meines Lebenspartners noch nicht einmal ein Jahr her ist. Dann begann es im Kopf meines Gesprächspartners zu rattern und er versucht verzweifelt die richtigen Worte zu finden.

Wellen und Felsen

Die meisten Menschen versuchen die Situation mit einer Bemitleidungsbekundung zu entschärfen. Auf die Wörter «Mitleid» und «Beileid» reagiere ich jedoch seit Vadims Tod allergisch. Am Anfang hatte ich genügend damit zu tun mein Selbstmitleid in Schach zu halten. Mittlerweile bemitleide ich mich selbst nicht mehr, da die Situation einfach so ist, wie sie nun mal ist. Deshalb brauche ich auch keine Wagenladung Mitleid vom Aussen.

Mir ist schon klar, dass diese Bemitleidungsbekundungen dem gesellschaftlichen Mainstream entsprechen. Sie sind auch nie böse gemeint sind, nur können auch nett gemeinte Worte verletzend wirken. Deshalb bevorzuge ich das Wort «Mitgefühl». Wenn mir jemand sagt, «ich kann mit dir mitfühlen», braucht es keine weiteren Worte, denn die Emotionen sagen alles.

Es scheint jedoch für viele Menschen unglaublich schwierig zu sein, meine Trauer einfach stehen zu lassen und auszuhalten. Sie suchen nach einem Ausweg, wie sie möglichst schnell dieses lästige Gefühl der Betroffenheit loswerden und gleichzeitig meine Trauer vermeintlich lindern können. Dabei übersehen aber die meisten, dass meine Trauer für mich mittlerweile eine Begleiterin ist, die mir hilft, meinen Weg zu gehen. Ich will gar nicht, dass sie vom Aussen wegradiert wird, auch wenn das von meinem Gegenüber noch so gut gemeint ist.

Nach der Bemitleidungsbekundung wurde ich in letzter Zeit ab und zu auch mit der Frage konfrontiert, ob ich mir schon überlegt hätte, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Auch bei dieser Verhaltensweise meines Gegenübers wird für mich deutlich, dass viele Menschen versuchen, einen guten Ratschlag zu erteilen, da für sie damit dieses unangenehme Thema abgeschlossen und die Welt wieder in Ordnung ist. Den Trigger, dass auch sie sich mit den Themen Tod und Trauer auseinandersetzen sollten, wollen viele Menschen nicht wahrnehmen. Sie schieben durch den Ratschlag das Thema zu mir zurück. Das ist eine gute Ausweichstrategie, um schwierige Emotionen nicht fühlen zu müssen. Nur wird dabei völlig ausser Acht gelassen, dass ich kein Auto bin. Man kann mich nicht einfach in die Werkstatt bringen, einen Schlauch oder ein Lämpchen ersetzen und alles ist wieder in Ordnung.

Und ja, ich bin auf dem Weg der Heilung. Doch es ist ein Prozess, bei dem der Weg das Ziel ist. Ich brauche viel Zeit, um mit meiner Trauer zu arbeiten, sie anzunehmen, zu umarmen und sie in mein Leben zu integrieren. Auf diesem Weg lasse ich mich gerne unterstützen in Form von Energiearbeit, weil in meiner Welt jede Emotion, jeder Schmerz und jede körperliche Reaktion eine energetische Ursache hat.
Ich liebe Prana, jene fernöstliche Energielehre, die meine Kollegin anwendete und so bewirkte, dass ich bereits in der zweiten Nacht nach Vadims Tod wieder durchschlafen und so Energie für die täglichen Achterbahnfahrten tanken konnte. Ich bin unendlich dankbar für die unzähligen MFL-Lesungen, die mir dabei helfen, wenigstens auf seelischer Ebene annähernd nachvollziehen zu können, warum es so gekommen ist (auch wenn mein Kopf sich immer noch weigert, es zu verstehen). Ich liebe die australischen Buschblütentropfen und die CERES-Tropfen, die mein System unterstützen, so dass ich mich bewusst mit meinen Emotionen auseinandersetzen kann. Ich schätze den Reiki-Kurs, denn ich kurz nach Vadims Tod besuchte, weil er mir immer wieder dabei hilft, meine Emotionen fliessen zu lassen (denn Emotion ist die Kurzform von «Energy in Motion»). Emotionen wollen gefühlt werden und je mehr es mir mit den unterschiedlichsten Tools gelingt, meine Emotionen fliessen zu lassen, desto besser kann ich sie integrieren und dann wieder loslassen. Dann sind Gefühle wie Wellen, die zwar über mir zusammenbrechen, aber genauso schnell wie sie kommen, auch wieder verebben.

So durfte ich in den vergangenen Monaten lernen, dass ich dank Energiearbeit auch die schwierigsten Emotionen navigieren und verarbeiten kann. Dadurch gelingt es mir immer besser den Widerstand gegen die Situation rauszunehmen, was mich dabei unterstütz das unnötige Leid zu verhindern. Klar, der Schmerz bleibt, doch daneben entsteht Raum für kleine und grosse Wunder.

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