Trauer-Weg-Blog

Meine persönliche Reise zurück ins Leben

Wirbelsturm

In unserer Beziehung gab es Höhen und Tiefen und so erkoren Vadim und ich ein Zitat von Aristoteles als Motto für unsere Beziehung:

"Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen".

Wir waren uns sicher, dass uns nichts so schnell aus der Bahn werfen, wir zusammen alle Hindernisse überwinden und gemeinsam immer einen Weg finden können.
Doch das einer von uns beiden plötzlich alleine da stehen könnte, daran haben wir nicht gedacht.

Puzzleteile liegen völlig durcheinander auf einem Tisch.

Vadims unerwarteter Tod brach wie ein Wirbelsturm über mich hinein. Wellen der Trauer schlugen über mir zusammen, rissen unsere gemeinsamen Ziele in die Tiefe und schüttelten mein Leben komplett durch. Dann herrschte für einige Tage eine gespenstische Stille. Nichts machte mehr Sinn, nichts war mehr wichtig, um mich war es einfach nur stockdunkel.

Doch auch nach der dunkelsten Nacht geht irgendwann die Sonne wieder auf und im Licht des Tages kann ich nun das Chaos betrachten, welches der Wirbelsturm angerichtet hat. Es sieht aus, wie wenn jemand mehrere Schachteln mit Puzzle-Teilen ausgeleert hat. Ich sehe die Bruchstücke unserer gemeinsamen Zukunftspläne. Daneben liegen wunderschöne Erinnerungen an gemeinsame Momente, welche mich manchmal zum Weinen und manchmal zum Lächeln bringen. In diesem Durcheinander kann ich aber auch meine eigenen Träume ausmachen, die ich vor langer Zeit aufgegeben habe, weil mir die Welt eingeredet hat, dass diese Träume unrealistisch seien. Spannend finde ich, dass ausgerechnet die Puzzleteile mit meinen Träumen bunt leuchten und sich so vom Chaos abheben. Sie scheinen mir zuzuflüstern, dass es nun an der Zeit ist, ihnen voller Vertrauen zu folgen und einen völlig neuen Weg einzuschlagen. Und tatsächlich, je mehr ich mir erlaube, diese Träume wieder aufzugreifen und Schritt für Schritt in die von ihnen angezeigte Richtung zu gehen, desto mehr merke ich, dass sich das Durcheinander um mich zu einem grossen Puzzle zusammensetzen lässt.

Meinen Träumen zu folgen bedeutet aber auch, mein altes Leben hinter mir zu lassen. Ich entscheide mich bewusst dafür, mich für mein neues Leben zu öffnen und mich von meinen Träumen leiten zu lassen. Das bedeutet nicht, dass ich Vadim vergesse. Es bedeutet nur, dass Vadims neuer Platz nun nicht mehr an meiner Seite sondern in meinem Herzen ist.
Ich kann nicht behaupten, dass ich dieses neue Leben wollte. Hätte ich wählen können, hätte ich mein altes Leben mit Vadim an meiner Seite behalten. Doch diese Wahlmöglichkeit hatte ich nicht. Deshalb ist es sinnlos im alten Leben stecken zu bleiben oder die beiden Leben miteinander zu vergleichen, denn sie sind komplett unterschiedlich.

Mir bleibt nur, das Beste aus meiner jetztigen Situation zu machen und die Chancen zu erkennen, die der Wirbelsturm und das Chaos mit sich bringen. So beginnt mein Leben langsam wieder Sinn zu machen und ein Weg sich abzuzeichnen. Gleichzeitg kehrt mein Lächeln und meine Lebensfreude allmählich zurück. Darüber freue ich mich sehr, denn dies habe ich in den vergangen Wochen vermisst. Und ich bin mir sicher, dass auch Vadim darüber glücklich ist, denn er wollte immer nur, dass es mir gut geht. Zudem hatte sich Vadim damals in eine lebensfrohe, strahlende Frau verliebt und nun bin ich auf dem besten Weg wieder zu einem solchen Menschen zu werden. Dies ist Motivation genug für mich den eingeschlagenen, neuen Weg weiterzugehen, auch wenn er manchmal steil und schmerzhaft ist.

Nächter Blog-Eintrag: Die Trauer, meine Mitmenschen und ich

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